Die Waldfrauen
Mit der Wild- und Heilkräuterpädagogin Katja unterwegs zwischen Lenne, Ruhr und Volme
 

Wildkräuterblog

Die Frühblüher ...


...sind die ersten Frühlingsboten. 

Doch kaum hat der Frühling richtig begonnen, sind sie auch schon wieder verschwunden. Wie können sie in kürzester Zeit wachsen, blühen und sich vermehren? 







Buschwindröschen


Aufgewacht ...

... heißt es für viele Pflanzen, wenn die Tage im Frühjahr länger werden und die ersten Sonnenstrahlen den Boden wärmen. Ein Wettlauf um die sonnigsten Plätze beginnt und Langschläfer haben schlechte Karten. Das bekommen besonders die Kleinsten unter ihnen zu spüren. Wenn die Bäume und Sträucher über den Frühblühern erst einmal Blätter bekommen haben, dann wird es am Boden für lange Zeit ziemlich dunkel sein. Schlecht für die Winzlinge am Waldboden oder im Gebüsch, welche die Sonnenenergie dringend brauchen!


Die ausgeschlafenen Frühblüher nutzen ihre Chance: Noch sind die Bäume und Sträucher kahl und bis sich ihre Knospen öffnen, vergehen noch einige Wochen. Diese Wochen sind für die Frühblüher die wichtigste Zeit des Jahres.








Bevor sich die Blüten zeigen, kann man die zarten Blätter des Scharbockskrautes sogar essen. Seefahrer nahmen das Scharbockskraut mit an Bord.  Vitamin C sorgte vor gegen Skorbut.

Die ersten Frühlingsboten: Schneeglöckchen.

Schnell kommen Schneeglöckchen, Krokusse und Co. nun aus der Erde, man könnte fast dabei zuschauen.. 

Wie das funktioniert? 

Ein besonderer Trickhilft den Frühblühern: Die kleinen Pflanzen ziehen ihre enorme Anschubkraft aus den gespeicherten Reserven des Vorjahres, welche sie unterirdisch in Zwiebeln, Wurzelknötchen und Kriechwurzeln gespeichert haben. Damit sind sie die Ersten, die das Sonnenlicht im Frühjahr ausnutzen können.

Frühblüher bilden kaum Blätter und Stängel, sie konzentrieren sich voll auf die Blüten. So kurz nach dem Winter blüht noch sehr wenig, weshalb die Blüten der Frühblüher vielen Insekten, als erste Mahlzeit nach der Winterstarre dienen. Und als Dank werden die Blüten bestäubt.


Wenn im späteren Frühling die Bäume und Sträucher Blätter tragen, sind die Frühblüher schon in der Fruchtphase, die Samen werden entwickelt. In der Jahresmitte welken sie und die Pflanzen verdorren sehr schnell. Im Hochsommer ist schon nichts mehr zu sehen von den Frühlingsboten .


Frühblüher haben eine sehr kurze "Vegetationsphase". So nennt man die Zeit zwischen dem Keimen und dem Vergehen der Pflanze.

Zum Beispiel in einem europäischen Laubwald schließt sich im Mai das Blätterdach. Der Waldboden wird verdunkelt und das Wachstum am Boden wird sehr schwer. Auch an Standorten mit kurzen Sommern und langen Wintern, zum Beispiel in Hochgebirgen, haben viele Pflanzen kurze Vegetationsphasen. Das Blühen und das Bilden der Samen ist hier wichtiger als das Wachstum.


Welche Arten gehören zu den Frühblühern? 


Anemonengewächse wie die Buschwindröschen und das Leberblümchen, Krokusse, Winterlinge, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Scharbockskraut, Schneeglöckchen, Lärchensporn, Primelgewächse wie die Schlüsselblumen, Schaumkräuter und viele andere.

Wissenschaftler nennen die Frühblüher auch "Geophyten". Sie unterscheiden sie in Zwiebel-, Knollen- oder Rhizom-Geophyten. Damit sind die Organe gemeint, mit denen die Pflanzen im Boden haften. Zwiebeln oder Knollen kennst du zum Beispiel von den Krokussen oder der Tulpe. Rhizome sind waagerecht wachsende, Wurzeln, in denen die Nährstoffe gespeichert sind und die oft auch Ableger bilden können. 

Das Buschwindröschen ist zum Beispiel ein Rhizomen-Geophyt.




















Auch in der eher kühlen, wechselhaften Jahreszeit hat uns die Natur viel zu bieten. 

Beim nächsten schönen Winterspaziergang begib dich auf die Suche nach diesen Schätzen welche dich auf deinem Weg begleiten werden.

Viel Spaß und bleib schön gesund!